Mittwoch, 21. Januar 2026

Zweites Leben für kaputte Kleider

Hauswirtschaftslehrerin gibt Tipps für Reparaturen

Fachlehrerin Evelyne Füracker präsentiert den angenähten Knopf von der Rückseite. Fotos: Armin Hofbauer

Wir alle haben sie in unserem Kleiderschrank – die Lieblingsstücke, mit denen wir einfach gerne raus gehen und uns immer wohlfühlen. Doch was, wenn eines davon ein Loch oder einen Riss hat? „Kaputte Kleider verdienen ein zweites Leben“, findet Evelyne Füracker, Fachlehrerin für Haus- und Textilpflege an der Landwirtschaftsschule Abteilung Hauswirtschaft in Regensburg. Sie zeigt, wie jeder ganz einfach Kleidungsstücke wieder in Schuss bringen kann. Das gehe auch ohne große Vorkenntnisse. „Man muss sich nur trauen“, so Füracker.

Wertige Kleidung erlaubt Reparaturen

Wenn wir unsere Schmuckstücke auch wie den Augapfel hüten. Irgendwann passiert es: ein Knopf löst sich, wir bleiben mit dem Pullover oder der Lieblingshose irgendwo hängen und es gibt gleich ein großes Loch. Doch es muss nicht gleich so dramatisch sein. „Am häufigsten müssen Knöpfe angenäht werden“, sagt Füracker aus Erfahrung.

Fachkundige Anleitung macht den Unterschied

Hier zeigt sich schnell: Es kommt auf die Details an. Als unbedarfter Reparierer möchte man den Knopf so fest wie möglich anbringen, dass er ja nicht mehr verloren geht. Doch Fachlehrerin Füracker rät genau das Gegenteil: „Ist der Knopf zu fest, reißt er immer leichter ab“, erklärt sie. Es sind Details wie dieses, die sie auch ihren Schülern an der Hauswirtschaftsschule beibringt. Die Ausbildung dort ist nämlich sehr fundiert, das wird den Teilnehmern des Kurses schnell klar.

Der Schnellflicken gehört zu den Basics

Etwas kniffliger wird es dann beim Schnellflicken, der für einfach auszubessernde Stücke und Stellen geeignet ist. Den Flicken schneidet man etwa eineinhalb Zentimeter größer als die schadhafte Stelle und steckt ihn dann auf der Stoffoberseite über dem Loch fest, erklärt Füracker. Diesen befestigt man mit einem Zickzackstich. Zum Abschluss lautet Fürackers Tipp: Auf der Stoffunterseite die schadhafte Stelle bis zur Naht zurückschneiden. So bleibt der Stoff nirgendwo hängen und der Flicken hält länger.

Hauswirtschaftsschule startet wieder im März

An der Hauswirtschaftsschule Regensburg lernen die Studierenden das Nähen und Flicken vom einfachen Nadelkissen bis hin zu ganzen, selbst gemachten Hosen. Anfang März 2026 beginnt ein neues Semester an der Regensburger Hauswirtschaftsschule. Interessenten können sich noch bei der Semesterleiterin Juliane Sichelstiel unter Telefon 0941 2083-1130 melden. Weitere Informationen gibt es auch unter aelf-rs.bayern.de/bildung/hauswirtschaft

Knopf annähen

Bevor es ans Nähen geht, sollte man die Stelle, an der der Knopf sitzen soll, mit einem Bleistiftpunkt markieren. Außerdem sollte ein Faden in Farbe, Material und Stärke ausgewählt werden, der zum Stoff passt, und eine Nadel, die leicht durch die Löcher der Knöpfe geht.

  • beide Fadenenden durch das Nadelöhr führen, durchziehen und 5cm vor Fadenende mit zwei Fingern durch entstandene Schlinge greifen und hängende Fäden durchziehen – Enden verknoten
  • an der Markierung den Stoff umschlagen
  • Faden am Punkt befestigen, dabei durch alle Stoffschichten stechen
  • Knopf hinter Bruchkante legen => linke Knopfseite und beide (bzw. alle vier) Löcher sind sichtbar
  • Nadel in einem Arbeitsgang durch alle Stoffschichten und das untere Loch des Knopfes vom Körper weg stechen
  • Faden nur ein Stück durchziehen und sofort die Nadel rückwärts (Öhr voran) durch das obere Loch zurückführen; jetzt Faden komplett durchziehen
  • Vorgang mehrfach wiederholen
  • Umschlag aufklappen und Stoff glattziehen; auf der linken Seite hat sich ein Steg gebildet
  • Schlinge um Knopf legen, Nadel von unten nach oben durch Schlinge festziehen; 3-4 mal wiederholen
Der Schnellflicken ist eine einfache Methode, Löcher z.B. in Hosen zu stopfen. Den Flicken schneidet man etwa eineinhalb Zentimeter größer als die schadhafte Stelle und steckt ihn dann auf der Stoffoberseite über dem Loch fest.
Den Flicken befestigt man mit dem Zickzackstich.
Schneidet man auf der Stoffunterseite die schadhafte Stelle bis zur Naht zurück, bleibt der Stoff nirgendwo hängen und der Flicken hält länger.
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